Reise & Abenteuer : Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

EUR 6,95


Die meisten Leute würden sich sehr wahrscheinlich ein Loch in den Bauch freuen, wenn man sie zu einer Kreuzfahrt auf einem Luxusdampfer -- Typ Queen Elisabeth II -- einladen würde, mit allem Pipapo und allen Schikanen und nur einer einzigen Bedingung: Lass Dich feudal durch die Karibik schippern und schreib einfach auf, was Du gesehen hast! Ein Traum -- dachte sich wahrscheinlich auch David Foster Wallace, als er von einer Edelgazette von der Ostküste (Harper s Magazine) genau dies angeboten bekam. Über die einwöchige Fahrt auf dem 47.255-Tonnen Schiff der Celebrity Cruises Inc. -- so sauber und so weiß wie nach einer Kochwäsche -- hat Wallace dann eine einzigartige Doku-Postkarte im Breitwandformat verfasst, deren gut gemeinte Einschätzung durch den Verlag als ein Juwel moderner Reiseliteratur eher von einer gewissen Ratlosigkeit zeugt als von einer realistischen Einschätzung des Berichtes. Denn die Kreuzfahrt-Reportage des hochgelobten amerikanischen Autoren schert sich herzlich wenig um die Konventionen herkömmlicher Reiseliteratur und widmet sich stattdessen einer ebenso detaillierten wie angenehm verstörenden Beschreibung des unvergleichlichen Soziotops an Bord eines Luxusliners, wo man für 3.000 Dollar die feinen cocktailogischen Unterschiede zwischen einem Slippery Nipple und einem Fuzzy Navel vermittelt bekommt und 1500 Mal Zielobjekt des berühmten amerikanischen Service-Lächelns wird. Natürlich wäre nichts einfacher, als sich über amerikanische Wohlstandsrentner zynisch auszulassen, die sich im Ententanz der Verwöhnmaschine eines Karibik-Cruisers hingeben und gleichzeitig mit unterernährten Kindern um den Preis von Halskettchen feilschen. Doch Wallace Perspektive auf die Marotten der Reichen und Superreichen ist zugleich komplexer und ehrlicher. Obsessiv bis in die Details (und mit 136 Fußnoten!) beschreibt Wallace die surreale Atmosphäre eines Kreuzschiffes und seine eigenen Reaktionen darauf, eine dokumentarische Tour de Force, die sämtliche Fassetten von tragisch bis komisch durchläuft und dabei nie oberflächlich oder langweilig wird. Nach dem Kleinen Mädchen mit komischen Haaren und den Kurzen Interviews mit fiesen Männern haben deutsche Leser hier die Gelegenheit, eine weitere beeindruckende Seite dieses vielseitigen Autoren kennen zu lernen, der neben Jonathan Franzen und Michael Chabon inzwischen zu den führenden amerikanischen Schriftstellern der jüngeren Generation gezählt wird. Und natürlich warten wir schon ungeduldig auf die Übersetzung von Wallace Magnum Opus Infinite Jest -- am besten durch Marcus Ingendaay, der auch diese Kreuzfahrt meisterhaft bewältigt hat! --Peter Schneck

Enttäuschend - Ich hatte mir von dem Buch mehr erwartet, da ich vorher mehrere positive Kritiken gelesen hatte. Es gibt ein paar leidlich lustige Stellen, die zum größten Teil schon im Klappentext verraten werden, aber mehr auch nicht. Wie bereits in einer anderen Rezension angemerkt, ist die Häufung teilweise seitenlanger Fußnoten nervig und kein Zeichen guten Stils. Einziger Vorteil des Buchs: Man hat es schnell hinter sich.

köstlich - Das Buch ist wirklich lustig, auch wenn die vielen Fußnoten manchmal ein wenig störend sind. Allerdings denke ich, den Witz WIRKLICH nachvollziehen können nur Leute, die schon mal eine Kreuzfahrt gemacht haben.

Ganz anders.... - ....als sich viele dieses Buch vorstellen ist es sicherlich.Ich habe es das erste mal 2003 gelesen und seitdem lese ich es regelmäßig jedes Jahr und kann immer wieder lachen.Eine gestochen scharfe und böse Darstellung der Vergnügungsamerikaner-Gesellschaft und ihres tödlichen Strudels auf Kreuzfahrt.Sehr empfehlenswert.

Auf hoher See - Wer Wallace Erzählungen kennt, seinen Biss, sein gnadenloses Zerfleischen in malerischen Bildern verpackt, wird von diesem Reisebericht enttäuscht sein. Niemand fühlt sich wohl verlorener an Bord des Luxusdampfers als der Ich-Erzähler. Er ertrinkt in den Unterhaltungsangeboten, sieht sich in Mitten der Urlauber ausgesetzt. Akribisch genau reiht er die Schwächen auf und rückt sein Empfinden dabei immer in den Mittelpunkt. Er ist der Richter, er ist der Geschundene, nur geht ihm der Witz in der immergleichen Wiederholung aus. Es handelt sich fast um einen authentischen Erlebnisbericht, da Wallace tatsächlich eine solche Reise angetreten ist. Hierin liegt sicher der blasse Eindruck begründet, den das Buch hinterläßt. Nach fast 180 Seiten kann ein Leser ihm nur raten, seinen Titel ernst zu nehmen und besser demnächst an Land zu bleiben.

DER Reisebericht - Jemand wird zu einer Luxuskreuzfahrt vergattert und schreibt darüber ein Buch. So weit so gut. Nur es kommt viel besser. Hochamüsant berschreibt der Autor seine Erlebnisse an Bord des Edeldampfers. Das Kreuzfahrtschiff als ultimativer Ort der dummdreisten Urlaubsindustrie. Mit vielen Fussnoten entsteht so ein einzigartiges Lesegefühl das einem Oft die Story in der Story der Story auftischt. Über Ignoranz, die Macht des Kapitals und wie man von einer Toilette weggesaugt werden könnte...




Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich